Sterbebegleitung

Diskussion zum ärztlich assistierten Suizid

In der digitalen Veranstaltung „Ärztlich assistierter Suizid? Erfahrungen in anderen Ländern und Fallstricke der Gesetzesvorgaben in Deutschland“ hat die Ärztekammer Hamburg am 07.04.2021 die Diskussion zum Sterbehilfe-Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) fortgesetzt.

Links und Literatur zum Thema „Ärztlich assistierter Suizid
PM vom 05.05.2021: 124. Deutscher Ärztetag folgt Beschlussantrag aus Hamburg zum ärztlich assistierten Suizid
PM vom 12.02.2021: Videokonferenz zur ärztlichen Suizidbeihilfe: Sterben auf Rezept?

Am 17.02.2021 fand eine digitale Veranstaltung zum Thema „Ärztliche Suizidbeihilfe? Perspektiven aus ärztlicher, rechtlicher und ethischer Sicht“ statt, in der die Diskussion zum Sterbehilfe-Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) fortgesetzt wurde. Prof. Dr. iur. Karsten Gaede, Bucerius Law School, hat die Folgen des BVerfG-Urteils aus rechtlicher Sicht beleuchtet. Prof. Dr. med. Reinhard Lindner, Professor für Theorie, Empirie und Methoden der Sozialen Therapie, Institut für Sozialwesen, Universität Kassel, informierte über Suizide in Deutschland und erläuterte, warum und wie der Suizidwunsch behandelbar ist. Die Palliativmedizinerin Dr. med. Maja Falckenberg, Schmerzambulanz Alten Eichen, erklärte insbesondere, welche Wege die Palliativmedizin geht. Und Dr. Pedram Emami referierte unter dem Titel „Berufsrecht ändern reicht nicht…“, welche Fragen seitens der Ärzteschaft diskutiert werden sollten. Die Moderation übernahm Kerstin Michaelis, michaelismedia.

Hier das Videofile der Veranstaltung am 17.02.2021.

Grundsätzliches: Die Berufsordnungen aller 17 Ärztekammern regeln einheitlich und bundesweit, dass es die Aufgabe von Ärzten ist, das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten. Damit gilt schon jetzt für alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland: Sie sollen Hilfe beim Sterben leisten, aber nicht Hilfe zum Sterben.

Diese Regelung ist Resultat eines intensiven Diskussionsprozesses innerhalb der Ärzteschaft, die sich lange vor der jetzt geführten politischen Diskussion mit der Rolle von Ärzten bei der Sterbebegleitung auseinandergesetzt hat. Die Bundesärztekammer legte 2010 eine Weiterentwicklung der Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung vor. Auf die Regelungen zur Patientenverfügung folgte nach gründlicher Vorbereitung und in Zusammenarbeit mit Ethikern, Palliativmedizinern und Juristen 2011 eine Überarbeitung des § 16 der (Muster-)Berufsordnung. Der 114. Deutsche Ärztetag, das gewählte Parlament der Ärzte, hatte die Novelle mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen. Danach ist es Ärzten untersagt, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten. In Verbindung mit den bundesweit geltenden Vorgaben aus § 1(2) der ärztlichen Berufsordnung gilt für alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland die Verpflichtung, Sterbenden beizustehen. Suizidbeihilfe hingegen ist keine ärztliche Aufgabe.

Hinweise der Bundesärztekammer zum ärztlichen Umgang mit Suizidalität und Todeswünschen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu § 217 StGB (Stand: 25.06.2021)

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina - Diskussion Nr. 26 - Neuregelung des assistierten Suizids – Ein Beitrag zur Debatte (2021

Patientenverfügung

Die Ärztekammer Hamburg stellt ein Muster für eine Patientenverfügung zur Verfügung. Mit einer Patientenverfügung bringen Sie zum Ausdruck, welche Behandlungen Sie im Fall der eigenen Einwilligungsunfähigkeit möchten oder ablehnen. Mit Einführung der Patientenverfügung in das Bürgerliche Gesetzbuch wird das Recht des entscheidungsfähigen Patienten anerkannt, sein Selbstbestimmungsrecht nicht nur aktuell, sondern auch durch eine in der Zukunft wirkende vorausschauende Verfügung auszuüben (§1901a BGB). Mehr ...

Künstliche Ernährung - Eine Entscheidungshilfe

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hat die Broschüre "Künstliche Ernährung - Eine Entscheidungshilfe" für Angehörige und Betreuer aus dem Jahr 2011 neu aufgelegt. Die Broschüre informiert über die Vor- und Nachteile einer Ernährungssonde und über Möglichkeiten der unterstützenden Pflege sowie über den Prozess der Entscheidungsfindung.

Hier können Sie die Broschüre herunterladen:
www.hamburg.de/pflege/veroeffentlichungen/2937272/broschuere-kuenstliche-ernaehrung/

Hospizführer Hamburg

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hat zur Hospizarbeit in Hamburg den Hospizführer herausgegeben. Er informiert über die Hospizbewegung und die verschiedenen Hilfeangebote, Ansprechpartner und Adressen. Gleichzeitig bietet der Hospizführer auch die Möglichkeit, sich allgemein zu den Themen Sterben, Tod und Trauer zu informieren. Der Hospizführer richtet sich an alle Interessierten, Betroffenen und Fachkräfte.

Hier können Sie den Hospizführer Hamburg herunterladen:
www.hamburg.de/pflege/veroeffentlichungen/116842/hospizfuehrer/

Koordinierungsstelle Hospiz- und Palliativarbeit

Für Fachkräfte, Einrichtungen und Dienste steht die Koordinierungsstelle Hospiz- und Palliativarbeit seit 2007 als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle Einrichtungen, die sich für die Versorgung am Lebensende  im medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Bereich engagieren. Sie fördert die Vernetzung aller in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen im ambulanten und stationären Bereich und unterstützt die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Regelversorgung.

www.koordinierungsstelle-hospiz.de

Welthospiztag + Hamburger Hospizwoche 2021

Der Welthospiztag am 9. Oktober 2021 bildet den Auftakt zur Hamburger Hospizwoche (vom 10. bis 17.10.2021) mit zahlreichen Veranstaltungen vor Ort und auch digital zu den Themen Sterben, Tod und Trauer.

Das Programm der Hamburger Hospizwoche finden Sie unter www.welthospiztag-hamburg.de

Update Psychosomatische Grundversorgung - Familie und existentielle Krisen im Alter: Lebensmüdigkeit, Todeswünsche und Suizidalität

Termin
Mittwoch, 20.10.2021 von 16:30-21:30 Uhr

Nähere Informationen zu den Inhalten und den Referenten finden Sie hier.

Palliativmedizin Basiskurs

Zusatz-Weiterbildung

Termin
jeweils von 08:00-18:00 Uhr
Freitag, 28.01. und Samstag, 29.01.2022
Freitag, 04.02. und Samstag, 05.02.2022

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