Elektronischer Arztausweis/eHBA

Super bequem: Als Mitglied der Ärztekammer Hamburg haben Sie im Mitgliederportal die Möglichkeit, den Antrag auf Ihren elektronischen Arztausweis zu stellen.

Der elektronische Arztausweis – synonym verwendete Begriffe sind eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) oder HPC (Health Professional Card) – ist die Eintrittskarte für Ärztinnen und Ärzte in die Telematikinfrastruktur. Schon heute dient er etwa zum Signieren und Versenden elektronischer Arztbriefe oder elektronischer Überweisungen. Darüber hinaus kann er auch als digitale Signaturkarte außerhalb des Gesundheitswesens verwendet werden.
Die Telematikinfrastruktur (TI) soll alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen miteinander vernetzen und einen sicheren Austausch patientenbezogener Daten ermöglichen – natürlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes.

Es gibt eine ganze Reihe von digitalen Anwendungen der Telematikinfrastruktur, die demnächst eingeführt werden und die den elektronischen Arztausweis erforderlich machen. Diese sind im Einzelnen:

1. Notfalldatenmanagement
Die Anwendung Notfalldatenmanagement sieht die Ablage notfallrelevanter Informationen (Medikation, Diagnosen, Allergien etc.) auf der elektronischen Gesundheitskarte des Versicherten vor. Der Zugriff auf Notfalldaten darf nur in Verbindung mit einem entsprechenden elektronischen Arztausweis bzw. einer Institutionskarte (auch SMC-B oder Praxisausweis genannt) erfolgen. Für die Anlage und Aktualisierung ist zusätzlich eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) durch den elektronischen Arztausweis notwendig (Patientendatengesetz).

Die Anwendung Notfalldatenmanagement ist für den Versicherten freiwillig. Er hat jedoch gegenüber den behandelnden Ärzten einen Anspruch auf die Erstellung, Aktualisierung und Speicherung dieser Daten auf seiner elektronischen Gesundheitskarte (§ 358 Abs. 3 PDSG-RefE). Arztpraxen sind demnach verpflichtet, diese Anwendung anzubieten. Voraussetzung ist, dass die Arztpraxis über einen geeigneten Konnektor, ein entsprechend angepasstes Praxisverwaltungssystem und einen elektronischen Arztausweis verfügt.

Mit zugelassenen Konnektoren und angepassten Praxisverwaltungssystemen ist in den nächsten Monaten zu rechnen.


2. Telematikinfrastruktur: Institutionskarte allein reicht nicht
Auch wenn ein Zugriff auf medizinische Anwendungen der Telematikinfrastruktur (Notfalldaten, elektronische Patientenakte etc.) technisch durch die Institutionskarte möglich ist, sieht § 340 Absatz 5 PDSG-E vor, dass die Ausgabe solcher Institutionskarten nur an solche Leistungserbringerinstitutionen erfolgen darf, denen ein Leistungserbringer, der zugleich auch der Inhaber eines elektronischen Heilberufsausweises ist, zugeordnet werden kann. Dies bedeutet, dass die Arztpraxen und Krankenhäuser – die schon heute Institutionskarten im Einsatz haben, um das Versichertenstammdatenmanagement durchzuführen, erst dann mit diesen Institutionskarten auf die o. g. medizinischen Anwendungen zugreifen dürfen, wenn in der Arztpraxis bzw. im Krankenhaus ein elektronischer Arztausweis vorhanden ist.

Mit dieser Koppelung der Institutionskarte an den eHBA soll sichergestellt werden, dass nur berechtigte Institutionen auf medizinische Daten der TI zugreifen können.


3. Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Ab dem 1.1.2021 müssen ausstellende Ärztinnen und Ärzte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) unter Angabe der Diagnosen sowie unter Nutzung der Telematikinfrastruktur unmittelbar elektronisch an die Krankenkassen übermitteln (§ 295 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Dies gilt auch für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die im Zuge des Entlassmanagements durch stationär tätige Ärztinnen und Ärzte ausgestellt werden. Der Versicherte, für den die AU ausgestellt wurde, erhält vorerst weiterhin einen Papierausdruck, den er seinem Arbeitsgeber zukommen lassen muss.

Die Übermittlung der AU an die Krankenkasse durch den ausstellenden Arzt bedarf einer qualifizierten elektronischen Signatur mittels elektronischem Arztausweis.


4. Elektronische Patientenakte (ePA) zum 01.01.2021
Die gesetzlichen Krankenkassen sind zum 01.01.2021 unter Sanktionsandrohung verpflichtet, ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung zu stellen. Der Versicherte hat einen Anspruch gegenüber seinem behandelnden Arzt, dass dieser die ePA mit relevanten Informationen befüllt. Vertragsärzte sind gemäß § 341 Absatz 5 PDSG-E verpflichtet nachzuweisen, dass sie über die notwendigen Komponenten verfügen, um auf die ePA zugreifen zu können. Wird dieser Nachweis nicht bis zum 30.06.2021 erbracht, soll die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen pauschal um 1 Prozent gekürzt werden, bis der Nachweis vorliegt. Der eArztausweis ist Bestandteil der o. g. notwendigen Komponenten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Informationen zum Ausweis

Was ist der elektronische Arztausweis/eHBA?

Der elektronische Arztausweis ist eine personenbezogene Chipkarte im Scheckkarten-Format. Er dient als Sichtausweis und attestiert seinem/seiner Inhaber/in die Zugehörigkeit zum Beruf „Arzt“ in der digitalen Welt. Dies ist notwendig, da der Gesetzgeber vorgegeben hat, dass ein Zugriff auf die Daten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) grundsätzlich nur durch Berechtigte erfolgen darf. Je nach Anwendung sind dies z. B. Ärztinnen und Ärzte oder Apothekerinnen und Apotheker. Daher müssen diese Berechtigten mit einem entsprechenden elektronischen Ausweis ausgestattet sein. Im Vergleich zu allen anderen elektronischen Heilberufsausweisen (z. B. für Apothekerinnen und Apotheker, Rettungsassistentinnen und -assistenten) verfügt der elektronische Arztausweis über die umfassendsten Zugriffsrechte.

Welche Funktionen hat der elektronische Arztausweis/eHBA und wie sieht er aus?

Der elektronische Arztausweis besitzt fünf Grundfunktionen:

1. Als Sichtausweis: Beispielsweise um sich in einer Apotheke als Ärztin oder Arzt auszuweisen.
2. Um sich in der elektronischen Welt als Ärztin oder Arzt auszuweisen.
3. Rechtssicheres Unterschreiben elektronischer Dokumente wird ermöglicht.
4. Zur elektronischen Ver- und Entschlüsselung: zum Beispiel für den sicheren Transport von eArztbriefen.
5. Der elektronische Arztausweis wird benötigt, um auf medizinische Daten zuzugreifen, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgespeichert sind – das sind zunächst die „Notfalldaten“ und der „Medikationsplan“. Zukünftig wird die „elektronische Patientenakte“ hinzukommen.

Vorderseite (Beispiel)

Rückseite (Beispiel)



Infrastruktur

Die Ärztekammer ist auf Grundlage des Hamburgischen Heilberufe- und Kammergesetzes für die Herausgabe der elektronischen Arztausweise zuständig. Sie bestätigt die Arzteigenschaft des/der antragstellenden Arztes/Ärztin.

Die notwendige technische Infrastruktur, die als Grundlage für die eArztausweise dient, wird jedoch von externen Dienstleistern bereitgestellt. Diese so genannten „Vertrauensdiensteanbieter“ (ehemals „Zertifizierungsdiensteanbieter“) werden gemeinschaftlich von allen deutschen Ärztekammern zugelassen. Sie produzieren die Ausweise und betreiben die technische Infrastruktur, welche die Onlineprüfung von elektronischen Signaturen sowie die notwendigen Sperrdienste ermöglicht. Diese sind erforderlich, sobald eine Karte verloren geht oder die Approbation entzogen wird.

Bisher gab es nur einen Vertrauensdiensteanbieter (VDA), der für die Produktion elektronischer Arztausweise zugelassen war. Seit Herbst 2019 haben Sie die Auswahl unter den folgend aufgeführten, von der gematik zugelassenen, Anbietern.

Aktuelle Vertrauensdiensteanbieter

  • T-Systems (Karte der Generation 2)
  • Bundesdruckerei (Karte der Generation 2)
  • SHC+CARE (Karte der Generation 2)
  • medisign (Karte der Generation 0 -> nicht mehr bestellbar)
    wichtige Info: Derzeit leider keine Bestellungen möglich. medisign: "Die Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) erfordert ein neues Release des elektronischen Arztausweises von medisign. Der Ausweis der Vorläufergeneration (G0) ist deshalb nicht mehr bestellbar. Ebenso werden keine Folgekarten mehr produziert." Mehr Informationen auf der Webseite von medisign.

Kosten
Es fallen laufende Kosten für den eArztausweis an. Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den Angaben Ihres Vertrauensdiensteanbieters.

Identifizierungsverfahren

PostIdent-Verfahren:

Hierfür müssen Sie mit Antrag und Ausweisdokument nur zu einer Postfiliale gehen. Die Post übernimmt dann auch gleich den Versand der Dokumente für Sie. Filialen in Ihrer Nähe, die das PostIdent-Verfahren durchführen, finden Sie unter: http://standorte.deutschepost.de/ <Filialen und DHL Paketshops > Suche eingrenzen < --mit speziellem Service-- >: Postident (persönl. Identifikation)



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verzeichnis@aekhh.de Fax: - 403

Gutachter für das Versorgungsamt

Die Ärztekammer Hamburg gibt elektronische Arztausweise an alle Hamburger Ärztinnen und Ärzte aus, die im Auftrag der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) Gutachten nach dem Schwerbehindertenrecht erstellen. Mit dem elektronischen Arztausweis können sich die ärztlichen Gutachter gegenüber dem Internetportal "GovernmentGateway" im so genannten Gutachterverfahren sicher authentifizieren und zukünftig auch elektronische Dokumente rechtsverbindlich digital unterschreiben. Das Versorgungsamt Hamburg erfüllt damit eine Vorgabe des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten.

Auf dem sicheren Bürgerportal der Stadt Hamburg, dem HamburgGateway, finden Ärztinnen und Ärzte auf der Einstiegsseite zum Gutachterverfahren alle aktuellen Informationen zur Installation des Kartenlesegerätes und des eArztausweises sowie allgemeine Hinweise zur Begutachtung im Schwerbehindertenrecht.