Sterbebegleitung

Die Berufsordnungen aller 17 Ärztekammern regeln einheitlich und bundesweit, dass es die Aufgabe von Ärzten ist, das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten. Damit gilt schon jetzt für alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland: Sie sollen Hilfe beim Sterben leisten, aber nicht Hilfe zum Sterben.
Diese Regelung ist Resultat eines intensiven Diskussionsprozesses innerhalb der Ärzteschaft, die sich lange vor der jetzt geführten politischen Diskussion mit der Rolle von Ärzten bei der Sterbebegleitung auseinandergesetzt hat. Die Bundesärztekammer legte 2010 eine Weiterentwicklung der Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung vor. Auf die Regelungen zur Patientenverfügung folgte nach gründlicher Vorbereitung und in Zusammenarbeit mit Ethikern, Palliativmedizinern und Juristen 2011 eine Überarbeitung des § 16 der (Muster-)Berufsordnung. Der 114. Deutsche Ärztetag, das gewählte Parlament der Ärzte, hatte die Novelle mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen. Danach ist es Ärzten untersagt, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten. In Verbindung mit den bundesweit geltenden Vorgaben aus § 1(2) der ärztlichen Berufsordnung gilt für alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland die Verpflichtung, Sterbenden beizustehen. Suizidbeihilfe hingegen ist keine ärztliche Aufgabe.

Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung

Hinweise zum Verbot organisierter Sterbehilfe

Der Deutsche Bundestag hat im November 2015 ein Gesetz beschlossen, das die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellt. In § 217 StGB „werden Handlungen unter Strafe gestellt, mit denen einem anderen die Gelegenheit zur Selbsttötung geschäftsmäßig gewährt, verschafft und vermittelt wird, wenn dies in der Absicht geschieht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern“. Für Ärzte hat die BÄK Hinweise und Erläuterungen dazu entwickelt. Ausgearbeitet hat diese der Ausschuss für ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen der Bundesärztekammer (BÄK). Die Erläuterungen sind im Deutschen Ärzteblatt erschienen (Heft 7, 17. Januar 2017).

Hinweise zum Verbot organisierter Sterbehilfe

Patientenverfügung

Die Ärztekammer Hamburg stellt ein Muster für eine Patientenverfügung zur Verfügung. Mit einer Patientenverfügung bringen Sie zum Ausdruck, welche Behandlungen Sie im Fall der eigenen Einwilligungsunfähigkeit möchten oder ablehnen. Mit Einführung der Patientenverfügung in das Bürgerliche Gesetzbuch wird das Recht des entscheidungsfähigen Patienten anerkannt, sein Selbstbestimmungsrecht nicht nur aktuell, sondern auch durch eine in der Zukunft wirkende vorausschauende Verfügung auszuüben (§1901a BGB). Mehr ...

Hospizführer Hamburg

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hat zur Hospizarbeit in Hamburg den Hospizführer herausgegeben. Er informiert über die Hospizbewegung und die verschiedenen Hilfeangebote, Ansprechpartner und Adressen. Gleichzeitig bietet der Hospizführer auch die Möglichkeit, sich allgemein zu den Themen Sterben, Tod und Trauer zu informieren. Der Hospizführer richtet sich an alle Interessierten, Betroffenen und Fachkräfte.

Hier können Sie den Hospizführer Hamburg downloaden:
www.hamburg.de/pflege/veroeffentlichungen/116842/hospizfuehrer

Koordinierungsstelle Hospiz- und Palliativarbeit

Für Fachkräfte, Einrichtungen und Dienste steht die Koordinierungsstelle Hospiz- und Palliativarbeit seit 2007 als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle Einrichtungen, die sich für die Versorgung am Lebensende  im medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Bereich engagieren. Sie fördert die Vernetzung aller in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen im ambulanten und stationären Bereich und unterstützt die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Regelversorgung.

www.koordinierungsstelle-hospiz.de