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Hamburger Ärzteblatt 12 2015 - Impressum

36 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 1 2 | 2 0 1 5 A U S K A M M E R U N D K VF O R U M M E D I Z I N Impressum Offizielles Mitteilungsorgan der Herausgeber Ärztekammer Hamburg und Kassenärztliche Vereinigung Hamburg Schriftleitung Für den Inhalt verantwortlich Prof. Dr. Christian Arning Prof. Dr. Martin Scherer Redaktion Stephanie Hopf, M.A. (Leitung) Claudia Jeß Korrektur: Birgit Hoyer (Fr.) Redaktion und Verlag Hamburger Ärzteverlag GmbH & Co KG Weidestraße 122 b, 22083 Hamburg Telefon: 040/202299-205 Fax: 040/202299-400 E-Mail: verlag@aekhh.de Anzeigen elbbüro Stefanie Hoffmann Bismarckstraße 2, 20259 Hamburg Telefon: 040/31 81 25 58, Fax: 040/31 81 25 59 E-Mail: anzeigen@elbbuero.com Internet: www.elbbuero.com Gültig ist die Anzeigenpreisliste Nr. 45 vom 1. Januar 2015 Anzeigenschluss für das Februar-Heft (aufgrund vorgezogener Termine für die Herstellung der Dezember-Ausgabe ist der Anzeigenschluss fürs Januar-Heft bereits am 7. bzw. 10. Dezember) Textteilanzeigen: 15. Januar Rubrikanzeigen: 20. Januar Abonnement Jährlich 69,98 Euro inkl. Versandkosten Kündigung acht Wochen zum Halbjahresende Geschäftsführer Donald Horn Mit Autorennamen gekennzeichnete Beiträge stellen nicht in jedem Falle die Meinung der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Grafische Konzeption Michael von Hartz (Titelgestaltung) Druck SDV – Die Medien AG Auflage: 17.894 Redaktionsschluss für das Februar-Heft 15. Januar. Das nächste Heft erscheint am 10. Januar D E R B L A U E H E I N R I C H „Zur Geschichte der Medizin. Aus dem Weltreich der Heilkunde und Pharmazie“ von Harald Salfellner. Ausgewählt von Stephanie Hopf Aderlass als Allzweckwaffe Dass der französische König Ludwig der XIII. in einem ein- zigen Jahr 47-mal zur Ader ge- lassen wurde, das ging ja noch an; der Fall des Mädchens aber, das laut Mitteilung eines französischen medizinischen Journals des 18. Jahrhunderts in nur einem Jahr 4.000-mal zur Ader gelassen wurde, lässt den modernen Transfusions- mediziner doch argwöhnen. Von solchen Exzessen einmal abgesehen, war der prophy- laktische Aderlass noch im 19. Jahrhundert gang und gäbe und galt besonders für Völler, Freß- und Sauflustige als pro- bates Mittel. Geradeso wie Philipp Me- lanchthon empfahl: „Wenn man also toll und mit selt- zamer Speise durcheinander vermischt den Leib biß oben angefüllt, und auf den Morgen der Kopf schwer wird, Drü- ckung umb die Brust und ande- re Zufälle sich zutragen, alßdann lasset man zur Ader und saufft wieder, daß’s kracht.“ Aber auch wenn Schmalhans Küchenmeister war, gehörte der alljährliche Ader- lass, oder das Schneppen, vielerorts zur Gesundheitsvorsorge, abgesehen nur von Kindern unter 17, die nach den Vorschriften der hohen Schule von Salerno nicht zur Ader gelassen werden durften. Auch bei den alten Israeliten war der Aderlass verboten. Für die Ordensgeistlichen, die nach der Zisterzienserregel lebten, war die Prozedur dagegen Vorschrift. Eine große Kunst war’s wohl nicht: Der Chirur- gus, Bartscherer oder Badeknecht strich – möglichst zu einem astrologisch güns- tigen Zeitpunkt – die Extremitäten zu den Akren hin aus, legte die Fascia-pro-ve- nae-sectione-vulgo-Aderlassbinde an, eröffnete mit dem Laß-Eisen oder mit dem Schnepper eine Vene etwa in der Ellenbeuge und ließ das Blut in das Laß- Becken sudeln. Aus: Harald Salfellner: Zur Geschichte der Medizin. Aus dem Weltreich der Heilkunde und Pharmazie. Kalender 2016, 54 Seiten. Vitalis 2015, 29,90 Euro James Gillray (1757 – 1815): Breathing a vein (Der Aderlass), um 1805. London, Victoria and Albert Museum 36 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 12 | 2015 Telefon: 040/31812558, Fax: 040/31812559

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