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Hamburger Ärzteblatt 05 2016 - Impressum

38 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 5 | 2 0 1 6 F O R U M M E D I Z I N Impressum Offizielles Mitteilungsorgan der Herausgeber Ärztekammer Hamburg und Kassenärztliche Vereinigung Hamburg Schriftleitung Für den Inhalt verantwortlich Prof. Dr. Christian Arning Prof. Dr. Martin Scherer Redaktion Stephanie Hopf, M.A. (Leitung) Claudia Jeß Korrektur: Birgit Hoyer (Fr.) Redaktion und Verlag Hamburger Ärzteverlag GmbH & Co KG Weidestraße 122 b, 22083 Hamburg Telefon: 040/202299-205 Fax: 040/202299-400 E-Mail: verlag@aekhh.de Anzeigen elbbüro Stefanie Hoffmann Bismarckstraße 2, 20259 Hamburg Telefon: 040/31 81 25 58, Fax: 040/31 81 25 59 E-Mail: anzeigen@elbbuero.com Internet: www.elbbuero.com Gültig ist die Anzeigenpreisliste Nr. 46 vom 1. Januar 2016 Anzeigenschluss Textteilanzeigen: 17. Mai Rubrikanzeigen: 20. Mai Abonnement Jährlich 69,98 Euro inkl. Versandkosten Kündigung acht Wochen zum Halbjahresende Geschäftsführer Donald Horn Mit Autorennamen gekennzeichnete Beiträge stellen nicht in jedem Falle die Meinung der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Grafische Konzeption Michael von Hartz (Titelgestaltung) Druck SDV – Die Medien AG Auflage: 19.091 Redaktionsschluss ist am 15. Mai Das nächste Heft erscheint am 10. Juni D E R B L A U E H E I N R I C H Auszug aus: „Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre, Seite 325 ff. ©Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 576 Seiten, gebunden, 22,99 Euro ausgewählt von Stephanie Hopf Der Panikdoktor Ich durfte mit ihm ins Magdeburger Hotel fahren, und er stellte mir den legendären PANIKDOKTOR vor, den ich ja bislang nur als Songtextpersonal und Gerücht kannte. Es gab ihn also wirklich. Als Kind hatte ich immer laut mitgesungen, mehr ahnend als verstehend, worum genau es da ging: Der Banddoktor sagt, das ist ja ’n Marathonlauf Und er macht seinen Koffer auf Und er gibt uns die Sachen, die uns kräftig machen Denn unsere Show will jeder sehen Und deshalb muss sie weitergehen Und jetzt: machte der Banddoktor seinen Koffer für mich auf, in irgendeinem Hotel in Magdeburg. Die Show konnte weitergehen. Der Panikdoktor trug eine runde Brille mit blauen Gläsern, ich war sehr angetan, ein Arzt mit Sonnenbrille, das ist doch mal ein, wie es in der Kliniksprache heißt, niedrigschwelliges An- gebot … Seine Aura war mystisch, man hätte sich nicht gewundert, wenn ein Adler auf seiner Schulter gesessen hätte. Hier, nuschelte Udo zum Panikdoktor und zeigte auf mich, das ist ein verlorener Sohn des Hauses, bisschen runter mit den Nerven und so, Vollgaslifestyle, der braucht mal ’ne Gelbe. Oder vielleicht auch gleich drei. Kümmerste dich mal? Der Panikdoktor schaute mich an, nickte, es war medizi- nisch kein großes Rätsel, man sah ja schon von Weitem, was ungefähr los war mit mir; nicht mehr viel nämlich. Er nahm kurz die blaugläserne Brille ab, schaute mir in die Augen, legte seine rechte Hand auf meine Schulter und sagte: Du bist in Not, ich kann dir deine Not nicht abnehmen, aber ich werde dir helfen. Schon hatte er die blaue Brille wieder auf, sprach weiter, führte mich zu einer SITZ- GRUPPE in Udos lachhaft großem Zimmer, der Panikdoktor hatte eine sehr angeneh- me Stimme, ich sank in einen Sessel, er stellte mir ein paar Fragen, maß meinen Puls, kramte in seinem Koffer, holte ein paar Ampullen heraus, gefüllt mit gelben Flüssigkei- ten, aha, das also waren die Gelben. Es gab durchsichtige Gelbe und naturtrübe Gelbe, für mich bereitete er jetzt von beidem zwei vor, ich wollte auf Verdacht lieber gleich drei von beiden, er lachte, jaja, die Sucht, sagte er, zwei würden reichen. Injektionsnadel drauf und los, und als er mir diese Gelben in eine Armbeugenvene jagte, wurde mir erst kalt, dann warm, es war wahnsinnig angenehm. Etwas so Wohltuendes hatte mein Blut seit vielen Monaten nicht mehr zugeführt be- kommen, und ähnlich euphorisch, wie die tränenblinden Menschen auf dem Magdebur- ger Bahnsteig Udo empfangen hatten, begrüßte nun mein Körper die gelben Gaben des Panikdoktors. Ich fühlte mich sofort besser. Zweifellos war das ungefähr die bewährte Ladung, die einen befähigt, nach einer ausgedehnten Sauftour direkt von der Bar auf die Bühne zu springen und vor ein paar Tausend Leuten ein Konzert zu geben. Das war nun gerade nicht meine Aufgabe, aber es war auch so einigermaßen spektakulär, was ich plötzlich wieder alles konnte: sprechen, gehen, gucken. Zum ersten Mal seit Tagen, vielleicht auch Wochen, konnte ich wieder ganze Sätze spre- chen. Und mir sogar welche anhören. Es war toll, mit Udo unterwegs zu sein. Das ganze Hotel war bevölkert von seinen Freunden und Begleitern, ein einziges Freudenhaus, alle Zimmertüren standen offen, überall wurde gelacht, gesungen, Handstand gemacht, was weiß ich, es war herrlich. Und, wieder an Deck?, fragte Udo. Ich bejahte, dankte ihm und jagte durchs Hotel, wieder bei Kräften, weiter ging’s. 38 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 05 | 2016 Telefon: 040/31812558, Fax: 040/31812559

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