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Hamburger Ärzteblatt 05 2016

30 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 5 | 2 0 1 6 F O R U M M E D I Z I N Minimalinvasive Techniken in der Urologie Die Urologie, die sich einst als kleines Fach aus der Chirurgie abgespal- ten hat, ist längst ein breit gefächertes eigenes Fachgebiet mit eigenen Subspezialisierungen. Die Laparoskopie ersetzt in vielen Bereichen of- fene Operationen, aber besonders die Endourologie wird ein immer größeres Teilgebiet der Urologie und bietet immer neue Möglichkeiten. Laparoskopie In der Urologie kommt die Laparoskopie vor allem bei der Nieren- und Nebennierenchirurgie zum Einsatz. Kürzere Krankenhaus- aufenthalte und reduzierte Wundheilungsstörungen bzw. geringe Narbenbildung sind die größten Vorteile der Laparoskopie. Laparo- skopische Nephrektomien und Nephroureterektomien werden in vie- len Kliniken regelhaft durchgeführt, sowohl transperitoneal als auch retroperitoneoskopisch. Beide Verfahren sind in den Händen erfah- rener Operateure sichere und komplikationsarme Operationen. Die Nierenteilresektion ist anspruchsvoller und wird nur von wenigen Zentren laparoskopisch angeboten. Doch gerade multimorbide Pati- enten, die vorrangig einer nephronsparenden, nierenteilerhaltenden Chirurgie zugeführt werden, profitieren deutlich von den Vorteilen der Laparoskopie. Auch roboterassistierte Operationen haben sich als Therapieoption in der Urologie etabliert. Hauptsächlich werden sie bei der Prostatek- tomie eingesetzt. Aber auch bei der Zystektomie und der Nierenchir- urgie werden roboterassistierte Verfahren in Zentren angeboten. Die OP-Methoden Unter Röntgen- und Sonografie-Kontrolle können heute minimalinvasive Eingriffe an Nieren, Harnleiter und Blase perkutan oder transurethral vorgenommen werden. Auch bei der benignen Prostatahyperplasie sind fast alle Eingriffe endoskopisch möglich. Dr. Ann Kathrin Orywal, Dr. Christopher Netsch, Prof. Dr. Andreas J. Gross Vorteile sind, genau wie bei der Laparoskopie, kürzere Krankenhaus- aufenthalte durch geringe Hautschnitte und zügigere Rekonvaleszenz. Unter Röntgen- und Sonografie-Kontrolle können heute minimal- invasive Eingriffe an Nieren, Harnleiter und Blase vorgenommen werden, teilweise ohne einen Hautschnitt, einfach über die ableiten- den Harnwege. Dies ist deutlich schmerzfreier für den Patienten und führt zu kürzeren Krankenhausaufenthalten. Endoskopie Im Bereich der urologischen Steintherapie kommen fast nur noch endoskopische Verfahren zum Einsatz, die unter Röntgenkontrolle durchgeführt werden. Neue urologische Operationstische mit digitaler Röntgentechnik verbessern die Therapie zusätzlich. Patienten und Ärzte profitieren aufgrund der digitalen Röntgentechnik durch eine geringere Strah- lenbelastung. Einhergehend mit einer höheren Auflösung verbessert sich die Bildqualität, sodass auch kleinste Steinfragmente erkannt werden. Auf zwei direkt nebeneinander gelagerten Monitoren ist eine parallele Röntgen-, Ultraschall- und HD-Endoskopiebetrachtung durch den behandelnden Urologen möglich. Das Wechseln der un- terschiedlichen Bildgebung erfolgt unter sterilen OP-Bedingungen mittels Fußschalter durch den operierenden Urologen. Während ei- ner OP ist hierzu kein zusätzliches Personal erforderlich. Dies ermög- licht kürzere OP- und Untersuchungszeiten und ein genaueres, an Abb. 3: Ultraschall- lithotriptor (sog. Sonotrode) Abb. 2: Flexibles Ureterorenoskop mit Körbchen Abb. 1: Unterschied- liche Körbchen zur ureterorenoskopischen Steinentfernung 2 3 c ©Boston,Cook,Coloplast;A.Orywal; EMS-ElectroMedicalSystemsSA 1 30 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 05 | 2016 23

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