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Hamburger Ärzteblatt 05 2016

290 5 | 2 0 1 6 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T goskopie durch ein starres besenstieldickes Laryngoskopierohr (5–8). Dieser Eingriff benötigt eine Vollnarkose. Alternativ gibt es Verfahren für die Operation im Behand- lungsstuhl indirekt transoral oder mit trans- nasal eingeführten flexiblen Endoskopen mit Arbeitskanal. Diese altbewährten Techniken sind besonders bei Probeentnahmen oder der Entfernung kleinerer Verdickungen im Kehl- kopf sowie bei Unterfütterungen der Stimm- lippen geeignet. In unserer Praxis führen wir diese Operationstechniken regelmäßig mit sehr guten Erfolgen durch und ersparen damit manchen Patienten die Vollnarkose. Der KTP-Laser – Meilenstein in der Phonochirurgie Als neue OP-Technologie ist der KTP-Laser (Kalium-Titanyl-Phosphat-Laser) in der La- ryngologie angekommen. Seine Laserstrahlen mit einer Wellenlänge von 532 nm werden von Hämoglobin um den Faktor 1.000.000 stärker absorbiert als von Wasser. Mit dem KTP-Laser können jetzt erstmals Blutgefäße innerhalb der Stimmlippe hochselektiv verödet werden unter Schonung der darüberliegenden zar- ten Schleimhaut. Die KTP-Laserung wird in örtlicher Betäubung vorgenommen. Häufige Indikationen sind u.a. die Behandlung von Larynxpapillomen, Gefäßektasien, Reink- Ödemen, Biofilmen (9). In den USA wird der KTP-Laser als Primärtherapie vieler Kehl- kopfläsionen eingesetzt. Was steckt hinter Globus- gefühl und Räusperzwang? Schwerer fassbare laryngeale Symptome sind das Globusgefühl (der berühmte Frosch- im-Hals) und der Räusperzwang, der oft auch der Umwelt des Betroffenen zu schaf- fen macht. Bei Räusperzwang ist unbedingt an einen sogenannten laryngopharyngealen Reflux zu denken (10, 11). Diese Form des extraösophagealen Reflux ist mit einer Säure- messung im Rachenraum nachweisbar – und kann auch ohne die typischen Symptome eines gastroösophagealen Reflux auftreten. Oft wird ex juvantibus eine ausreichend hoch dosierte PPI-Therapie über 6 bis 8 Wochen empfohlen. Häufige Ursache für das Fremdkörperge- fühl im Hals, das klassischerweise vor allem beim „Leerschlucken“ verspürt wird, ist eine Überanstrengung der paralaryngealen Mus- kulatur. Beispielsweise durch eine ungünstige Kopfhaltung mit angespannter Kehlkopfhal- temuskulatur beim Schlucken und Sprechen oder auch durch ein vermehrtes Räuspern kommt es zu einer „repetitive strain injury“ mit Mikrotraumata der Muskulatur, ver- gleichbar dem sogenannten Tennisarm. Hier hilft das manuelle „Entspannen“ und Dehnen der Muskulatur, zum Beispiel die Osteopa- thie-basierte laryngeale Manipulation nach Jacob Lieberman (12). Literaturverzeichnis im Internet unter www. aekhh.de/haeb-lv.html Dr. Susanne Fleischer Deutsche Stimmklinik E-Mail: fleischer@stimmklinik.de Fortbildung am 28. Mai (siehe S. 27 unten) Abb. 3a: Schema der Stimmlippenaugmentation: Parese links mit Glottisinsuffizienz bei exkavierter und lateral stehender Stimmlippe, nach Augmentation vollständiger Glottisschluss bei Phonation Abb. 3b, c: Recurrensparese links vor (b) und nach (c) Augmentation in Vollnarkose Werden auch Sie zum Helfer. „Es ist schön zu erfahren, dass man den Menschen als Arzt direkt und effektiv helfen kann.“ Oliver Ostermeyer German Doctors e.V. Löbestr. 1a | 53173 Bonn info@german-doctors.de Tel.: +49 (0)228 387597-0 Spendenkonto IBAN DE12 5206 0410 0004 8888 80 BIC GENODEF1EK1 www.german-doctors.de b c 2905 | 2016 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T Tel.: +49 (0)228387597-0 IBAN DE12 520604100004888880

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