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Hamburger Ärzteblatt 05 2016

250 5 | 2 0 1 6 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T sprechen hier eher von 150.000 Euro pro Arzt. Auf der anderen Seite wird aber auch die technische Leistung (TL) neu bewertet werden. Hier werden von den Krankenkas- sen, aber auch von Arztseite Begriffe wie die Fixkostenabstaffelung in die Diskussion eingebracht. Entsprechend der Vorstellung, Gerätekosten nicht mehrfach zu bezahlen, würden diese nur noch bis zu einer gewis- sen Anzahl von Untersuchungen bezahlt und darüber hinaus nur noch Kosten für medizinische Fachangestellte, Raum usw. Dies würde aber bedeuten, dass wir uns im- mer mehr einer Quasi-Bezahlung des Arz- tes durch die Krankenkasse nähern wür- den. Die letzten Elemente wirtschaftlicher Selbstständigkeit würden beseitigt. Der Vertragsarzt dürfte dann bei weitgehend fi- xierten Einnahmemöglichkeiten weiter das gesamte wirtschaftliche Investitions- und Kostenrisiko tragen. Eine unmögliche Situ- ation. Kassen entfernen sich von Regeln der Selbstständigkeit Die Krankenkassen haben daran ein ho- hes Interesse. Zu sehr hat man sich dort von den Grundregeln der Selbstständigkeit niedergelassener Ärztinnen und Ärzte ent- fernt. Als Beispiel sei die Diskussion um den bundesweit einmaligen Hamburger Punkt- wert genannt. Diesen haben die Hamburger Kassenärzte mit ihrer KV erreicht. Er spie- gelt die höheren Kosten in der Hansestadt wider. Die Krankenkassen aber betrachten diese Entwicklung allein unter dem Aspekt der Beitragssatzstabilität. Das ist eine für das gesamte System verkürzte und schädli- che Sichtweise. In Bezug auf den EBM wür- den sie demzufolge zu gern die notwendige Erhöhung bei der Arztleistung (AL) durch eine Absenkung bei der technischen Leis- tung kompensieren. Hier muss aufgepasst werden, dass uns nicht das Gleiche passiert wie bei der GOÄ-neu. Wir dürfen uns nicht auch noch beim EBM von den Krankenkas- sen über den Tisch ziehen lassen. Ohnehin scheint die GOÄ ihre Rolle als Referenzge- bührenordnung zu verlieren. Parallelen im Paragrafenteil der GOÄ-neu zu Strukturen in der GKV und insbesondere die faktische Budgetierung beschädigen diese Rolle. Jetzt ist die GOÄ wieder in weite Ferne gerückt. Damit wird der EBM wichtiger. Er muss ge- lingen. Ein Hoffnungsschimmer scheint es zu sein, dass die KBV tatsächlich professio- nell arbeitet, sich unabhängig beraten lässt und sich profund vorbereitet. Hier sind die Berufsverbände von Anfang an eingebun- den, die Legenden zu den einzelnen Gebüh- renordnungspositionen werden aktuell sein, und auch die im Standardbewertungssystem hinterlegten Daten sind von heute und nicht von gestern. Dennoch müssen wir höllisch aufpassen. Es gilt das 8-Punkte-Programm (siehe Ham- burger Ärzteblatt 04/16, Seite 22). Neue Leistungen kann es nur für neues Geld ge- ben. Feste Preise sind unser Ziel. Wir wer- den der KBV genau auf die Finger schauen. Das ist die gemeinsame Aufgabe der KVH und der Berufsverbände. Die aktuelle Version des EBM finden Sie unter www.kbv.de/html/online-ebm.php E-Mail: dirk.heinrich@kvhh.de Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender der Vertreterversammlung der KVH Hausarzt in Hamburg – das Original. AKTUELL ++++ Wir haben einen neuen Vorstand: Dr. Frank Stüven, Dr. Henning Harder, Dr. Björn Parey, Gregor Brinckmann, Dr. Maria Hummes, Dr. Jana Husemann, Dr. Mike Müller­Glamann +++++ www.hausaerzteverband­hamburg.de Hausärzteverband Als Berufsverband der Hausärztin­ nen und Hausärzte engagieren wir uns als einzige ausschließlich und kontinuierlich für die Belange von Allgemeinärzten, Hausarztinterni­ sten und praktischen Ärzten. Nur wir vertreten die primäre Versorgungsebene für Praxisinha­ bende und angestellte Ärztinnen und Ärzte – regional und bundesweit. 2505 | 2016 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T

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