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Hamburger Ärzteblatt 04 2016

21 0 4 | 2 0 1 6 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T tails dieser Neuregelung ausgebreitet worden seien, würden nun zahl- reiche KV-Mitglieder ihre Ängste ob einer vermeintlich realistischeren Regressgefahr äußern. Tatsächlich seien als Grundlage der Neuregelung die faktischen Verordnungszahlen der jeweiligen Fachgruppe genutzt worden, während in der Vergangenheit statistisch überhöhte Zahlen zugrunde gelegt worden seien. Trotz bundeseinheitlicher Rahmenvor- gaben hätten die Regionen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeitsprüfun- gen einen Gestaltungsspielraum erhalten. Fest stehe, dass künftig alle Zugelassenen, also auch Ermächtigte, zu prüfen seien, dass die Prüfun- gen arzt- und nicht praxisbezogen durchzuführen seien, dass die Auffäl- ligkeitsprüfung Vorrang haben solle und dass der Grundsatz „Beratung vor Regress“ auch weiterhin gelte. Hinsichtlich der Prüfungsmethode bat der Vorstand die VV um einen Tendenzbeschluss. Ausgehend von den drei Varianten – erstens die bestehenden Richtgrößen anzupassen, zweitens einen KVH-individuellen Weg zu erarbeiten oder drittens sich an der Wirkstoffprüfung der KV Bayerns zu orientieren – entschied sich nach ausgiebiger Diskussion die VV für die dritte Variante. Erste Bilanz zur Terminservicestelle (TSS) Die Prognose der KVH, dass vor allem Hamburg keine Terminser- vicestelle benötige, sei durch die ersten Zahlen nun bewiesen. Dr. Ste- phan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVH, präsentierte die Bilanz nach den ersten vier Wochen TSS. Danach habe sich die Zahl der Anrufer bei durchschnittlich etwa 200 pro Wo- che eingependelt, laut Hofmeister „eine verschwindend geringe Zahl“. Von diesen 200 lege etwa ein Drittel während der Bandansage auf, von den übrigbleibenden knapp 130 habe etwa die Hälfte einen konkreten Buchungswunsch, davon wiederum die Hälfte verfüge aber nicht über den nötigen Dringlichkeitscode, sodass von den anfänglich etwa 200 Anrufern am Ende etwa 30 bis 40 ordnungsgemäß einen Facharztter- min erhielten. „Diese Zahlen zeigen, dass die TSS in Hamburg keine signifikanten Vorteile mit sich bringt: Erstens erhalten die Patienten in Hamburg in dringenden Fällen auf herkömmlichem Weg in sehr viel kürzerer Zeit einen Termin bei einem Facharzt, als die TSS dies vorsieht, zweitens wünschen sich die Menschen einen Termin bei dem Arzt ihres Vertrauens und nicht bei einem Arzt, der gerade Zeit hat.“ Ein erster Vergleich mit anderen KVen zeige, dass die KVH auch in Relation zu ihrer Größe bundesweit die geringste Nutzung der TSS aufweise. Was die externen Kosten betreffe, so lägen diese pro Woche bei ca. 600 Euro, auch hier habe die KVH ihre Ankündigung, die TSS gesetzeskonform und so schlank wie möglich umzusetzen, wahr gemacht. Notdienst Das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) sehe es so vor: Die ambulan- te Notfallversorgung solle künftig „auch durch Kooperation und eine organisatorische Verknüpfung mit zugelassenen Krankenhäusern“ si- chergestellt werden, hierzu sollen die KVen „entweder Notdienstpraxen in oder an Krankenhäusern einrichten oder Notfallambulanzen der Krankenhäuser unmittelbar in den Notdienst einbinden“. Für Hofmeis- ter stellte diese Gesetzesinitiative ein sehr ernstes Thema dar, da die KVen gezwungen seien, die ambulante Notdienstversorgung zu über- prüfen und strukturell neu zu gestalten, wobei nicht auszuschließen sei, dass hiermit erhebliche Umwälzungen einhergingen. Der Gesetzgeber habe den KVen aufgetragen, dies bis Mitte des Jahres mit den Kranken- häusern zu regeln. Ein Problem dabei: „Die Krankenhäuser schildern immer sehr viel höhere Fallzahlen, als es tatsächlich der Wahrheit ent- spricht.“ Dies könnte Konsequenzen haben: 2014 schlug der Notdienst mit etwa 22 Mio. Euro zu Buche. Bisher sei dieser Betrag quotiert, also zu etwa 80 Prozent, ausgezahlt worden. Seit dem 1. Januar 2016 sehe das KHSG allerdings eine volle Auszahlung vor. Diese 1:1-Bezahlung allein habe bereits jetzt zu einer schlagartigen 20-prozentigen Erhöhung der Kosten geführt. Würden künftig die gemeldeten Fallzahlen der Krankenhäuser zugrunde gelegt werden, würde dies zu einem weiteren extremen Kostenanstieg führen. „Wenn wir uns vorstellen, dass diese erhöhten Preise für eine erhöhte Anzahl an Fällen in Notfallambulan- zen an 21 Hamburger Krankenhäusern gezahlt würden, dann blutete die ambulante Versorgung aus. Das ist ein Fass ohne Boden.“ Hofmeis- ter sieht deshalb nur einen gangbaren Weg: Wenn die KVH die gesamte Notfallversorgung eigenständig durchführte, dann ginge das nur, wenn alle sonstigen Strukturen abgeschafft würden. Die Verhandlungen mit den Krankenhäusern stünden noch aus. Nachwahlen Finanzausschuss Als Nachfolger Dr. Eckhard von Bock und Polachs als Mitglied des Fi- nanzausschusses wurde von der VV Dr. Frank Stüven, als Nachfolger Dr. Ulrich Spinks als Mitglied des Finanzausschusses wurde Dr. Andre- as Bollkämper gewählt. Neue Mitglieder der VV sind Dr. Klaus Becker und Dr. Andreas Bollkämper. Klageflut Zurzeit sehe die KVH sich einer größeren Menge „unnützer“ Klagen durch ihre Mitglieder ausgesetzt. Darauf wies Walter Plassmann die VV hin und äußerte die Vermutung, dass dies einer wachsenden An- zahl spezialisierter Anwaltskanzleien in Hamburg zu verdanken sei, die ihren Mandanten rieten, gegen die KV vorzugehen. „In 90 Prozent der Fälle sind diese Klagen aussichtslos, bei anderen Klagen geht es um Erzwingungsgelder, die sich auf einen Neuabschluss der mit den Kran- kenkassen abzuschließenden Honorarverteilungsverträge von 2005 bis 2008 beziehen.“ Und hierbei stehe fest: Eine Klage gegen eine Fristüber- schreitung koste das Geld aller KV-Mitglieder – und beschleunige die Umsetzung des Neuabschlusses nicht. Pusteblume: ©suptertramp8/Fotolia.com Icons: iStock.com/browndogstudios alles mobil DIE 4 ELEMENTE – LUFT Die Pusteblume: mobil, leicht und frei. ELEMENTAR FÜR DEN ARZT IST: MOBILITÄT MEDATIXX – DIE PRAXISSOFTWARE MIT DER BEGLEITFUNKTION. Ob Laptop, Tablet oder Smartphone – Sie haben alle Patientendaten dabei, wenn Sie unterwegs sind. Auf dem Weg zum Notfall. 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