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Hamburger Ärzteblatt 02 2017

Rückwärtsversagen Vermindertes Herz-Zeit- Volumen führt zu • Rückstau in den Körper- und Lungenvenen • Ödembildung pulmonal und peripher Dyspnoe durch Lungenstauung Ödeme durch erhöhten venö- sen Druck (Lunge, Beine, Anasarka) Die Herzinsuffizienz ist die häufigste Ursache für Krankenhausauf- enthalte in Deutschland, und sie hat eine schlechtere Prognose als viele maligne Tumorerkrankungen. Da vor allem ältere Patienten betroffen sind, ist in den nächsten Jahrzehnten aufgrund der Alte- rung der Bevölkerung mit einem Anstieg der Prävalenz zu rechnen. Bei der Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Organismus ausreichend mit Blut und damit Sauerstoff zu versor- gen, um die Bedürfnisse des Stoffwechsels decken zu können. Das Leitsymptom ist die Dyspnoe unter Belastung oder in Ruhe (Abb. 1). Weitere typische Symptome sind Flüssigkeitsretention, allgemeine Leistungsminderung und Müdigkeit. Als klinische Zeichen können in der körperlichen Untersuchung z. B. erhöhter Jugularvenenpuls, Rasselgeräusche über der Lunge, periphere Ödeme und eine Verla- gerung des Herzspitzenstoßes festgestellt werden. Abhängig von ihrem Auftreten und ihrem Verlauf wird die akute Herzinsuffizienz von der chronischen Herzinsuffizienz unterschie- den. Die häufigsten Ursachen der chronischen Herzinsuffizienz sind die koronare und die hypertensive Herzerkrankung. Seltener sind nicht-ischämische Kardiomyopathien wie die dilatative, die hypertrophe/obstruktive (häufig vererbt) oder die restriktive Kar- diomyopathie (Speicher- oder infiltrative Erkrankungen, die zu diastolischer Dysfunktion führen). Prognoseverbessernde, evidenz- basierte Therapieempfehlungen liegen fast nur für die Herzinsuffizi- enz mit reduzierter systolischer LV-Funktion (HFrEF) vor, während die Therapiemöglichkeiten bei der Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer LV-Funktion sehr eingeschränkt sind. Ursachen der akuten Herzinsuffizienz Eine akute Herzinsuffizienz liegt dann vor, wenn Symptome und Zeichen einer Herzinsuffizienz plötzlich neu auftreten („de novo“- Herzinsuffizienz), oder (in den meisten Fällen) wenn eine beste- hende chronische Herzinsuffizienz akut dekompensiert. Sie ist eine 3 2 1 n g i s e d x i p ; 1 n g i s e d s p – a i l o t o F © Vorwärtsversagen Erschöpfung • Vermindertes Herz-Zeit- Volumen führt zu • geringerer Perfusion der Organe reduzierter O2- Versorgung • peripherer Zyanose • Dyspnoe und Schwäche Kurzatmigkeit und Atemnot Abb. 1: Leitsymptom der akuten Herzinsuffizienz ist die Dyspnoe Tab. 1: Ursachen und Auslöser akuter Herzinsuffizienz • akutes Koronarsyndrom • hypertensive Entgleisung • • Tachyarrhythmie (z. B. Vorhofflimmern, ventrikuläre Infektion (z. B. Pneumonie, Endokarditis, Sepsis) Tachykardie) • Non-Adhärenz bezüglich Natrium-/Flüssigkeitsbe- schränkungen oder Medikation toxische Substanzen (z. B. Alkohol, Partydrogen) • Bradyarrhythmie • • Medikamente (z. B. NSAR, Kortikosteroide, negativ ino- trope Substanzen, kardiotoxische Chemotherapeutika) Lungenembolie • Exazerbation einer chronischen Lungenerkrankung • • Operationen und perioperative Komplikationen • erhöhter Sympathikotonus, stressinduzierte Kardio- myopathie • metabolische/hormonelle Veränderungen (z. B. Schild- drüsendysfunktion, diabetische Ketoazidose, Neben- nieren-Dysfunktion, Schwangerschaft und peripartale Kardiomyopathie) • akute mechanische Ursache: Myokardruptur infolge eines Herzinfarkts (Ruptur einer freien Ventrikelwand, Ventrikelseptumdefekt, akute Mitralklappeninsuffi- zienz), Thoraxtrauma, kardiale Interventionen, akute Nativklappen- oder Protheseninsuffizienzen infolge Endokarditis, Aortendissektion oder Thrombose) 0 2|2 0 1 7 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 13

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