Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Hamburger Ärzteblatt 08 2014

Energielotsen helfen sparen 36 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 8 | 2 0 1 4 F O R U M M E D I Z I N Lotsen kennen wir aus der Seefahrt, aber auch im Gesundheitswesen wird der Aus- druck gern genutzt. Energielotsen sind bis- her eher unbekannt, können aber wertvolle Hinweise geben, wie ein Betrieb ressourcen- schonend geführt werden kann. Die Lotsen für Energie- und Ressourceneffizienz als Teil der Umweltpartnerschaft Hamburg sind un- ter dem Namen „ZEWUmobil+“ seit 2008 in Hamburg unterwegs und bieten diesen Service nun auch für Arztpraxen und Unter- nehmen im Gesundheitswesen an. Das An- gebot ist kostenfrei, da es vom Europäischen Sozialfonds und der Stadt Hamburg – der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt – gefördert wird. Besuch in Praxis oder Klinik Wie funktioniert es? Die Lotsen erfassen zu- nächst den Ist-Zustand der Verbrauchsdaten. Dazu sind Jahresabrechnungen oder andere Kennzahlen hilfreich, weil sich daraus der Energieverbrauch leicht ermitteln lässt. In einer Betriebsbegehung wird die Arztpraxis nach Energieeinsparmöglichkeiten unter die Lupe genommen. „Die Erfahrungen in den Handwerksbetrieben sind sehr gut“, sagt Manfred Tschöpe, der Leiter des ZEWUmo- bil-Teams. Eine Energieberatung sei zwar an- fangs mit mehr Anstrengungen verbunden, zahle sich aber meist aus. Denn oftmals sei die Anlagentechnik, die Beleuchtung oder die Heizung nicht auf dem aktuellen Stand der Technik und biete Einsparpotenzial. Die Lotsen zeigen konkrete Einsparmög- lichkeiten und geben Informationen zu För- dermöglichkeiten, falls größere Investitio- Kostenfreie Analyse Energieberatung für Arztpraxen – Ihr Beitrag zum Klimaschutz? Von Dorthe Kieckbusch nen notwendig sein sollten. Beispielsweise gibt es bei der Beleuchtung durch moderne Techniken wie LED oft konkrete Verbesse- rungsmöglichkeiten: Man kann oftmals ein 50-Watt-Halogenstrahler durch einen LED- Retrofit mit sieben bis zehn Watt ersetzen, was zur Energieersparnis von bis zu 80 Pro- zent führt. Auch Druckluft- und Kältean- lagen sind Kostentreiber in Unternehmen. Oftmals sind schon Verhaltensänderungen der Nutzer und verkürzte Betriebsstunden ein erster Schritt für mehr Effizienz. Auch die Heizkosten sollte man genau betrachten, denn der größte Teil des betrieblichen Ener- gieverbrauchs entfällt auf die Bereitstellung von Wärme. Überdimensionierte Kessel, schlecht regelbare Heizanlagen, mangelhaft gedämmte Rohre und Kesselanlagen sind Ursachen für hohe Heizkosten in Betrieben. Auch hier können geänderte Verhaltenswei- sen zu erheblichen Einsparungen führen. Die Beratungsergebnisse werden schließlich zusammengefasst und Vorschläge zur Um- setzung dieser Maßnahmen gemacht. Auch eine Folgeberatung kann sich anschließen. Das Klima schützen Hamburg will die Treibhausgase reduzieren, um der globalen Erderwärmung entgegen- zuwirken. Dazu wurde 2007 ein eigenes Kli- maschutzkonzept beschlossen, das seit 2013 durch den Masterplan Klimaschutz weiterge- führt wird. Dieser zeigt eine Perspektive bis 2050 auf, die es ermöglicht, das CO2-Min- derungsziel von 80 Prozent schrittweise zu erreichen. Über das kostenfreie Angebot der Umweltpartnerschaft Hamburg können nun Interessierte diesen Service nutzen, denn in fast jedem Betrieb hat man genügend Spiel- raum, den CO2 -Ausstoß zu reduzieren. Auch kleinere Maßnahmen helfen, das Klima zu entlasten; hier einige Beispiele, die das ZE- WUmobil-Team berechnet hat: • Der Austausch von 50 T8-Leuchtstoffröh- ren mit 58 Watt und konventionellen Vor- schaltgeräten durch effizientere, moderne T5-Leuchtstoffröhren mit 49 Watt Leistung und elektronischen Vorschaltgeräten führt zur Einsparung von rund 1.955 kWh jährlich (bei 2300 Stunden Brenndauer) und damit zur CO2-Reduktion von rund 1,1 Tonnen pro Jahr. • Der Ersatz eines Wäschetrockners der Effi- zienzklasse B, mit sechs Trockengängen pro Woche durch ein Gerät der Effizienzklasse A mit Wärmepumpentechnologie führt zur Stromeinsparung von 581 kWh pro Jahr und 334 kg CO2. • Modernisierung einer Ölheizungsanlage durch Umstellung auf Brennwerttechnik, Optimierung der Regelung und Dämmung von Rohrleitungen, Einsatz hocheffizienter Pumpen und Durchführung des hydrauli- schen Abgleiches: Bei einem Verbrauch von vorher 3.000 Litern pro Jahr und einem Ein- sparpotenzial von 30 Prozent bzw. 900 Litern Heizöl jährlich sind das 2,4 Tonnen CO2 um die das Klima entlastet werden kann. Aktivitäten für mehr Klima- und Umwelt- schutz können bei den Lotsen für Energie- und Ressourceneffizienz nachgefragt wer- den. Informationen bietet die Homepage www.zewumobil.de. Termine können unter der Telefonnummer 35905-505 vereinbart werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ZEWUmobil: Lotsen für Energie- und Ressourceneffizienz ©ZEWUmobil

Seitenübersicht